Der Long Tail der Parteienlandschaft

Long Tail Original via www.longtail.com
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Die Schlacht ist geschlagen, die Wahl ist gewählt. Die Bundestagswahl 2009 hat für mich 3 wichtige Tendenzen offenbart:

 

1. niedrigste Wahlbeteiligung

2. beide Volksparteien sind in einem historischen Tief

3. alle kleinen Parteien gewinnen deutlich Anteile

Die beiden großen deutschen Volksparteien haben dramatische Stimmverluste erlitten, einerseits sind Wähler zu den kleineren Parteien abgewandert, oder haben ihre Bürgerpflicht gänzlich verweigert. Demgegenüber konnten alle kleineren Parteien (FDP bis Piraten) ihr bestes Ergebnis überhaupt bei einer Bundestagswahl verzeichnen. Im Klartext:

 

Volksparteien: schlechtestes Ergebnis in der Geschichte der Bundesrepublik

Klientelparteien: bestes Ergebnis in der Geschichte der Bundesrepublik

 

In der deutschen Parteienlandschaft ist schon oft vom Ende der Volksparteien, die für jeden etwas im Angebot haben, die Rede gewesen. Fakt nach der Bundestagswahl 2009 ist: Die Parteienlandschaft wird bunter.

Der Trend zum Vielparteiensystem wurde durch das Erstarken der Grünen Partei Anfang der 90er Jahre eingeleitet, hat sich über die Gründung der Linken fortgesetzt und erhält jetzt mit der Piratenpartei, wenn auch noch außerparlamentarisch, einen neuen Player.

 

Wenn man sich das Ergebnis anschaut, kann man erstaunliche Parallelen zur "Long Tail"-Theorie von Chris Anderson erkennen. Die Wirtschaftstheorie beschreibt, dass die ehemaligen Topseller zu gunsten von Nischenprodukten, an Bedeutung verlieren.

Der Unterschied zwischen der deutschen Parteienlandschaft und Andersons Nischenmarkt Theorie liegt in der 5% Hürde, die eine Partei überspringen muss, um ins Parlament zu gelangen. Damit wird der klassische Long Tail ausgeschaltet und die kleinen Parteien/Interessengruppen sind zu einer Bündelung ihrer Kräfte gezwungen.

 

In der Glanzzeit der Volksparteien konnten die Union und die SPD noch über 90% der Wählerstimmen unter sich vereinen (Bundestagswahl 1976: Union 48,6%, SPD 42,6%).

Im Jahr 2009 sind es statt über 90% jetzt nur noch 56,8% (Bundestagswahl 2009: Union 33,8%, SPD 23,0%)

Eine umfassende Analyse oder Spekulationen zu diesen Tendenzen kann und will ich nicht liefern, aber es scheint einiges in Bewegung gekommen zu sein in der Parteienlandschaft.

 

Taugt die Logik des Long Tail auch als Erklärungsansatz für die Tendenzen der deutschen Parteienlandschaft?

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Kommentare: 3
  • #1

    My Vandehey (Mittwoch, 01 Februar 2017 13:02)


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  • #2

    Devorah Oates (Mittwoch, 01 Februar 2017 18:15)


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