Das haben wir immer so gemacht, basta!

Führungsstil eines 1.0 Unternehmens
Führungsstil eines 1.0 Unternehmens

...oder "was der Bauer nicht kennt das isst er nicht."

Warum sollte ein Unternehmen etwas ändern, wenn es schon immer so funktioniert hat. Gute Frage!

Unternehmen gewinnen mit der Zeit gewisse Strukturen und Erfahrungswerte. Auf dieser Grundlage werden dann die Entscheidungen getroffen und je traditionsreicher ein Unternehmen ist, desto eingefahrener sind die Mechanismen.

Es sollte aber auch anders gehen...

 

Worauf ich hinaus will ist, dass man ein Unternehmen nicht als ein fertiges Konstrukt bestehend aus Regeln, Hierarchien und sonstigen Strukturen ansehen sollte. Vielmehr müsste ein Verständnis entwickelt werden, dass sich Unternehmen in einem fortlaufenden Wandlungsprozess befinden und auf neue Umstände reagieren müssen (sowas steht zwar auch in den BWL Büchern, aber oftmals sieht die Praxis doch anders aus).

 

Wie auch immer, die aktuelle Entwicklung in den Kommunikations- und Informationstechnologien sollte von Unternehmen zumindest wahrgenommen werden. Die Entscheider sollten nicht zu sehr von ihrem eigenen Master Plan überzeugt sein und andere Denkanstöße als unwichtig abtun, aber das passiert nur allzu oft und liegt meiner Meinung nach:

  1. entweder im urmenschliche Reflex der "Angst vor Veränderung",
  2. oder weil die Entscheider mit ihrem Vorgehen und Denken schon große Erfolge verzeichnet haben und keinen Grund sehen daran etwas zu verändern,
  3. oder schlicht an der Eitelkeit, die jegliches logische Handeln ausschaltet.

 

Daraus entstehen 2 große Probleme:

  1. unzufriedene Mitarbeiter, weil sie mit ihren Ideen bei Vorgesetzten auf Granit beißen und der dann nach 2 Wochen selber mit der Idee auf Tour geht und
  2. unzufriedene Kunden, weil Sie mit aggressiver Werbung konfrontiert und mit Produkten überhäuft werden, die sie nicht brauchen.

 

Wer sein Unternehmen liebt, der hört zu. Einmal den eigenen Mitarbeitern und ihren Ideen und mindestens genau so wichtig ist der Faktor, weshalb das Unternehmen überhapt existiert: DER KUNDE!

 

Die Web 2.0 Technologien bieten heutzutage vielfältigste Möglichkeiten um mit Kunden in Kontakt zu treten, um heraus zu finden, was sie wirklich wollen. Im stillen F&E-Kämmerchen vor sich hin entwickeln und eine aufgepustete Massenwerbekampagne starten wird in naher Zukunft nicht mehr funktionieren. Kunden wollen als Individuen wahrgenommen werden und nicht als Teil einer in sich homogenen Zielgruppe.

Stichwort: Social Media

Ein Beispiel, wie es aussehen kann, den Kunden ins Unternehmen zu integrieren zeigt folgendes Video:

Kommentare: 5 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    crieger (Sonntag, 21 Juni 2009 01:26)

    Ich glaube das größte problem ist die tatsache, dass mitarbeiter sich nicht mehr mit ihrem unternehmen identifizieren können.
    wenn eigene ideen gar nicht oder kaum zur debatte gestellt werden ist das sehr schwierig. man läuft lieber auf sparflamme, heißt: dienst nach vorschrift.
    das nimmt jedem unternehmen jeglichen "spirit" und führt zwangsläufig dazu, dass der kunde es mitbekommt. durch verlust von kunden wird die hierachie weiter fortgeführt nach dem motto: "jetzt ist erstrecht kein platz für neue ideen". teuefelskreis...
    aber schwierig die alten strukturen aufzubrechen. da neue ideen oftmals mit einem machtkampf gleichgesetzt werden.

  • #2

    Dirk (Montag, 22 Juni 2009 15:38)

    Dienst nach Vorschrift ist tödlich und ich stimme dir zu, dass sich diese Herangehensweise im Endeffekt auf die Beziehung zwischen Unternehmen und Kunden negativ auswirkt.
    Der Kunde merkt, ob ein Mitarbeiter mit dem was er macht zufrieden ist und hinter dem Produkt/Dienstleistung steht.
    Ich denke, das an den alten Strukturen gerüttelt werden muss und die Unternehmen, die sich darauf einlassen werden einen großen Vorteil dadurch bekommen. Es würde allerdings auch bedeuten, dass ein Klima des gegenseitigen Vertrauens im Unternehmen herrschen muss, denn ohne Vertrauen ist es nicht möglich einen Teil der Kontrolle abzugeben.
    Aber, je traditioneller ein Unternehmen, desto schwieriger ist es Neuerungen einzuführen.

  • #3

    Gero (Donnerstag, 02 Juli 2009 16:29)

    Tja, ich habs bei meinem letzten Dienstgeber wieder mal probiert mit neuen Ideen, einem Design für eine endlich zu realisierende Homepage usw. Fazit: der Chef, ein typischer 'Alleinherrscher' hat sich mehr und mehr aus jeglicher Kommunikation zurückgezogen und sämtliche Vorschläge mit dem Hinweis 'ich kann das besser...' gedownt. Nach längerer Zeit der Unzufriedenheit bis zum extremen Grant meinerseits kam es dann zur Trennung. Natürlich ausschliesslich Aufgrund meiner 'Aufsässigkeit'.
    Was lerne ich daraus: Arbeite für dich selsbt un nie mehr ür Scheffs.

  • #4

    Dirk (Donnerstag, 02 Juli 2009 23:16)

    Moin Gero, nun mal nicht so pessimistisch. Kann verstehen, dass einen das fertig macht, wenn man immer wieder mit dem Kopf gegen eine Wand rennt...aber das musst du ja jetzt nicht mehr. Es gibt viele Möglichkeiten, es anders zu machen und den Ansatz hast du ja auch schon.
    Hab letztens eine Doku über den Erfinder der Technik gesehen, die das Internet ermöglicht hat, der lag seinem Chef mehrere Jahre auf der Tasche, dass er das bitte umsetzen möge. Als es dann endlich geklappt hat ging das Ding durch die Decke und ohne ihn...ohne ihn würde ich dir jetzt nicht antworten, denk mal nach...

  • #5

    Gero (Freitag, 03 Juli 2009 07:08)

    Servus Dirk,

    Nein, nein. Ich bin nicht pessimistisch! Ganz im Gegenteil! Durch diese Erfahrung bin ich soeben dabei, mir meinen wirklich innersten Berufswunsch zu erfüllen. Ich will halt nur nicht mehr für 'Scheffs' arbeiten die glauben, mit Schnoddrigkeit und Besserwisserei ein Unternehmen erfolgreich führen zu können :)