Fr

18

Sep

2009

Gruppendynamik meets Social media und alle so yeaahh!

Und alle so yeaahh via www.spreeblick.com
Und alle so yeaahh via www.spreeblick.com

Was ist da losgewesen beim Wahlkampfauftritt von Angela Merkel in Hamburg? Yeaahh! Ich versuche die Geschichte und die ungeheure Dynamik kurz zusammenzufassen. Yeaahh! Angela Merkel, ein Wahlkampfauftritt auf dem Hamburger Gänsemarkt und ein Haufen Leute die nach jeder Aussage von Frau Bundeskanzlerin "Yeaahh" rufen. Yeaahh! Warum? Vier Worte, flüchtig mit Edding auf ein Wahlplakat geschmiert gaben den Anlass, vier Worte! Und alle so: "Yeaahh"

 

Gruppendynamik kann, sobald eine kritische Masse erreicht ist eine sehr, sehr große Eigendynamik entwickeln. Wenn Social Media, bzw. die Echtzeitkommunikation via Web 2.0, dabei als Katalysator fungieren kann so etwas auch schon mal durch die Decke gehen. So geschehen heute in Hamburg. Aber der Reihe nach.

 

1) Angekündigt wurde die Wahlkampfrede von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Hamburg wie folgt:

2) Natürlich wurde diese Rede auch offline per Plakatwerbung in Hamburg angekündigt. Alles normal bis hier hin. Diese Ankündigung löste aber wahrscheinlich bei jemandem den spontanen Wunsch aus, eine kleine Notiz der Wertschätzung zu hinterlassen. Nur vier Worte, die anscheinend den Nerv der Zeit zu treffen schienen.

3) Das Plakat landet im Internet und macht die Runde über verschiedenste Plattformen wie Blog: Spreeblick. Daraus entstand dann innerhalb weniger Tage die Idee, den Slogan in die Tat umzusetzen. In der Kommentarfunktion wurde über das Plakat diskutiert und bei Kommentar 28 heißt es:


#28

Edgar:

Gerne wäre ich morgen in Hamburg!

Wer geht hin? Ein “Yeaahh”-Flashmob?

 

Also einen Tag vor der Veranstaltung war die Idee geboren.

 

4) Auf Twitter enntsteht der Hashtag #undallesoyeaahh und die Show konnte beginnen. Alles geht jetzt sehr schnell und ich muss sagen, dass ich nicht geahnt habe, dass diesem Aufruf so viele Menschen folgen würden. Aber die Organisation eines solchen Happenings via Twitter war hier ganz einfach super effizient.

 

5) Frau Merkel kommt in Hamburg an und folgendes passiert:

Als ich das gesehen habe dachte ich mir nur, ja, man kann online so viel bewegen, dass die Yeaahh!-Rufe auch offline zu hören sind. Unglaublich! Eine wunderbar kreative Form, um auf sich aufmerksam zu machen und auszudrücken was man vom Bundestags-Wahlkampf hält. Eier werfen ist so 1.0!


Großen Respekt an das Durchhaltevermögen des Mobs und danke für den Spaß den ich beim zuschauen hatte!

Frage: Wo in Hamburg stand das originale Wahlplakat mit dem Spruch? Ich bin der Meinung ich habs in der Osterstraße gesehen, weiß es aber nicht mehr genau. Weiß es jemand? (beantwortet, danke)

Nachtrag (19.09.2009, 15:05 Uhr): Eine weitere sehr gute Zusammenfassung der Aktion auf www.socialnetworkstrategien.de

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Kommentare: 3

  • #1

    Hendric (Samstag, 19 September 2009 12:24)

    Es war grandios! Lange nicht mehr so viel Spaß gehabt!

    Hier gibt es noch weitere Bilder und Videos:
    http://yeaahh.tumblr.com

  • #2

    jonas28 (Samstag, 19 September 2009 12:34)

    hier der Standort des Plakates: http://yeaahh.tumblr.com/post/191235184 (Spitalerstraße)

  • #3

    Dirk (Samstag, 19 September 2009 13:54)

    @Jonas danke für den Standort, dann hab ich das Plakat doch zuerst online gesehen.

    Feine Sache, dass Spiegel Online die Geschichte so prominent aufgegriffen hat: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,650004,00.html
    Glückwunsch!

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