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12

Jun

2009

Arcandor und die Macht der Wenigen

Finanzkrise, Arcandor und diese ganzen Headlines hat jeder von uns in der letzten Zeit zur Genüge gesehen. Wie das ganze zusammenhängt, ob die Finanzkrise mit der Arcandor Pleite zusammenhängt ist höchst fragwürdig, wird aber im kollektiven Verständnis oft gleichgesetzt.

Meine Meinung dazu ist, dass auf dem Rücken der über 40.000 Beschäftigten ein großes Business abgewickelt wird, an dem sich eine handvoll Menschen bereichern.

Gestern in einem Bericht von "Monitor" wurde mal der am Rande erwähnte Satz aufgegriffen, "dass die Warenhäuser veräußert wurden um kurzfristig Geld einzuspielen, auf lange Sicht aber viel zu teuer von Karstadt wieder angemietet wurden."

Dieser Satz erscheint mir auch sehr entscheidend, denn es sind sicher einige Fehler in der Führung und Aufstellung des Unternehmens Karstadt gemacht worden,

ABER die überhöhten Mietzinsen haben dem Unternehmen das Genick gebrochen!

 

Um das zu veranschaulichen hier ein paar Fakten:

via: tagesschau.de via: tagesschau.de

In der Grafik ist zu erkennen, wer die Shareholder sind und wer Interessen an dem Unternehmen hat (haben sollte). Dabei fällt insbesondere der Anteil von 28,6% der Privatbank Oppenheimer auf. Hinter dieser Bank steht der nette Herr Josef Esch. Herr Esch ist ein sehr erfolgreicher Immobilienfonds Manager der Bank und verfügt über allerbeste Kontakte in Politik und Geldadel, unter anderem zu Frau Madeleine Schickedanz, die 26,7% hält. Er ist im übrigen auch ihr Testamentsvollstrecker, aber das nur am Rande. Der dritte im Bunde ist der Herr Thomas Middelhoff, ehemaliger Vorstandschef von Arcandor.

 

Aber was verbindet jetzt diese drei außer ihrer Beziehung zu Karstadt/Arcandor?

 

Der Oppenheim-Esch-Immobilienfonds. Dieser Fonds wird von Herrn Esch im Auftrag der Bank Oppenheimer betrieben und als wunderbare Anlagemöglichkeit für Großanleger angepriesen. Genau das richtige für Menschen wie Schickedanz (geschätztes Vermögen 2008: 3,9 Miliarden $) und Middelhoff, letzterer beteiligte sich mit über 7 Mio an einem solchen Fonds, seine Frau ebenfalls mit der gleichen Summe. Dies passierte VOR seiner Tätigkeit bei Arcandor. Wenn man sich diese Verbindungen anschaut, wird mir schlecht, und den über 40.000 Mitarbeitern sicher auch.

Herr Guttenberg stellt zurecht die Frage, warum der Staat in diesem Fall mit Steuergeldern aushelfen sollte, wo genügend Kapital in Privater Hand zur Verfügung steht um das Unternehmen zu retten? Man rettet allerdings nur etwas von dem man überzeugt ist...

Also verdienten alle fröhlich und zufrieden bis an Arcandors Ende...

 

Politik, Macht, Geld und Wirtschaft sollten nicht in den Händen weniger kummuliert sein!

 

Für mehr Infos kann ich folgende Videos empfehlen:

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Kommentare: 4

  • #1

    der Kenner (Montag, 06 Juli 2009 17:22)

    es heißt Shareholder, nicht Stakeholder.
    peace

  • #2

    der dirk (Montag, 06 Juli 2009 18:04)

    mercy, geändert

  • #3

    Johannes (Montag, 25 Juli 2011 19:04)

    Letztendlich ist es fast schon egal, warum es zu diesen Pleiten bei Arcandor gekommen ist. Die Leidtragenenden sind und bleiben die Mitarbeiter und darüber sollte man sich Gedanken machen, wie man diesen am Besten helfen kann.

  • #4

    Ingo (Donnerstag, 19 Januar 2012 12:47)

    Ich denke, dass sich viele was anderes von der ganzen Sache versprochen haben und letztendlich hat jeder nur etwas negatives aus der Sache herausgezongen. Und natürlich, die Leidtragenden waren und sind immer noch die Mitarbeiter. Viele haben vermutlich bis heute keine andere Arbeit gefunden.

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